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Ushuaia@the end of the world

January 3, 2012

So ich bin angekommen am Ende der Welt auf der Suche nach Pinguin und Co. Ich werde die Sache hier mal ganz entspannt angehen. Angeblich habe ich sowieso zu viel Zeit vorgesehen. Das hat zwar noch nie gestimmt wenn mir das jemand fuer irgendwas, was ich hier gemacht habe prophezeit hat, trotzdem. Heute wird nichts aber wirklich nichts unternommen. Ich stell erst einmal das bereits Geschriebene online und ich hab Gelegenheit ein paar allgemeine Eindruecke zu erzaehlen.

Wind
In El Chalten und in El Calafate habe ich gedacht, dass das mit dem Wind nur Geschichten sein muessen. Es war quasi windstill und unheimlich warm. Beim Wandern habe ich geschwitzt wie sonst auf dem Mountainbike; kein Lueftchen hat sich geregt. Und die Fotos habe ich auch nicht in Photoshop gefaked wie mir die Argentinier unterstellt haben 🙂 Es war tatsaechlich vollkommen wolkenlos. Dann Rio Gallegos: 60km/h wehen konstant um dich. Das Fischen war wirklich hart. Aber wie so oft hat das Leben auch hier noch etwas mehr zu bieten. Der Wind, eigentlich wuerde ich eher von Sturm sprechen, in Feuerland umweht dich mit 70-80 km/h, an manchen Tagen sind es 100km/h. Leider hab ich kein schoenes Windfoto geschossen. Wenn es so blaest inkl. stellenweise jeder Menge Staub ist das so eine Sache dauernd die Kamera rauszuholen.

Man kann es auf diesem Foto vielleicht an meiner etwas buckligen Haltung erahnen, so zu stehen liegt nicht daran, dass ich das so bequemer gefunden hab.

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Wenn es flussabwaerts, nicht aufwaerts!, weht, erzeugt der Wind weisse Kronen auf den Wellen. Beim Waten habe ich einmal bis zum Bauch im Wasser gestanden und eine Boee hat beinahe meinen kompletten Oberkoerper ins Wasser gedrueckt. Am Abend wird es zum Glueck meist viel besser.

Fischen
Am Rio Gallegos war es schwierig. Die Bedingungen waren nicht gut und es waren wenige Fische im Fluss. Immerhin habe ich drei bekommen und dieses unglaubliche maennliche Tier mit dem typischen Haken am Maul war auch dabei. Ich kann also wirklich nicht klagen. Was passiert eigentlich mit den Fischen? Das jetzt fuer einen Nichtangler verstaendlich zu machen wird vermutlich schwierig, aber sie sind alle wieder im Wasser und sorgen dafuer, dass sie immer noch da sein werden wenn ich irgendwann hierher zurueckkomme. Haette ich am Rio Gallegos auch einen etwas kleineren um 3-4 Kilo gefangen, der zum ersten Mal in den Fluss kommt waere das Prinzip Catch and Release eher zu Hook and Cook geworden. Einen darf man dort rausnehmen. Leider fuer mich, oder zu seinem Glueck, ist mir ist mir kein Pfannenfisch begegnet. Einen mehrfach aufgestiegenen Fisch jenseits der 8-10 Kilo umzubringen ist was anderes, der soll lieber fuer Nachkommen sorgen so lange man keine wirkliche Verwendung fuer soviel Fleisch hat. Ich haette ihn nicht wie in Norwegen ueblich irgendwo raeuchern lassen koennen, das waere dann doch eine ernsthafte Option gewesen. Nur, sowas gibt es hier nicht. Tiefkuehlen und mitnehmen…geht auch nicht. Also sind die drei Fische vom Gallegos wieder unversehrt im Fluss und werden vermutlich keine allzu gute Meinung von mir haben.

Servus

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Am Rio Grande, auf den Lodges von denen es insgesamt sieben gibt, werden prinzipiell keine Fische entnommen. Zu Sylvester hatte ich trotzdem Sushi mit Searun trout. Es passiert von Zeit zu Zeit, dass ein Fisch die Fliege so tief schluckt, dass er sich stark an den Kiemen verletzt. Wenn das passiert nimmt man ihn mit. Das war in der Woche bei uns einmal der Fall. Der Fisch ist allerdings mit seinem Faenger nach Buenos Rios verschwunden. Mist hab ich gedacht, interessiert haette mich der Geschmack ja schon. Vor allem seit ich weiss, dass ein gewilderter 10kg Fisch in der Stadt fuer 150€ gehandelt wird. Das kann ja nicht so schlecht schmecken wenn die das hier zahlen… In der Woche davor haben die Guides auch genau so einen beim Fischen gefangen und schwer verletzt. Die mussten den allerdings der Lodge geben und Marcus hat ihn uns gestern serviert 🙂 Die schmecken tatsaechlich echt gut, aehnlich wie wilder Lachs. Falls jemand den noch nicht probiert hat, es ist in ungefaehr der Unterschied zu einem gekauften wie zwischen einem Tetrapackwein und einem guten Chablis. Bei Interesse empfehle ich einen Besuch bei mir in Muenchen. Eine immer kleiner werdende Menge vom diesjaehrigen Fang befindet sich noch dort.

Das Fischen am Rio Grande: Dieser Fluss ist anders als der Rio Gallegos. Das Land ist noch groesser, der Fluss noch weiter und der Wind noch windiger.

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Um hier zu fischen muss man in eine Lodge gehen, die normalerweise zu einer Estancia gehoert. Man kommt sonst nicht zum Fluss, das Land gehoert der Estancia und der Zugang ist im Normalfall nur den Gaesten gestattet. Die Estancia auf der sich die Lodge befindet ist riesig, das ist so ziemlich die Flaeche vom Saarland oder so. Zunaechst waren wir nicht sehr erfolreich. Am ersten Abend habe ich nichts bekommen und am ersten vollen Tag auch nichts. Aber die Tage danach…4, 1, 5, 1. Heute noch nichts (Nachtrag: es waren am Ende nochmal 2, also13 fuer die Woche). Hier ist gluecklicherweise die beste Zeit der spaete Abend und der liegt vor mir. Die Fische an der Angel sind (genau wie der Geschmack) auch vergleichbar mit dem Fang eines wilden Lachses der gerade aus dem Meer aufgestiegen ist. Wer das noch nie erlebt hat wird es vielleicht nicht wirklich begreifen Man muss gelernt haben, die Fliege zu werfen, um sie mit all dem Wind zum Fisch zu bringen, aber dann…die Fische nehmen die Fliege und rasen davon, springen bis zu zwei Metern in die Luft, wer versucht sie auf den ersten Fluchten zu stoppen wird seine Schnur zerreissen. Was mit diesen Fischen noch beeindruckender ist, ist der Biss. Um einen Lachs zu haken muss man vorsichtig die Rute heben, nachdem er etwas an der Schnur gezogen hat. Eine Seeforelle hier ist weniger zimperlich. Es ist manchmal fast wie ein Schlag. Der Guide gestern hat mir gesagt, er hat den Biss eines 18 Pfuenders bei mir beobachtet und mein ganzer Oberkoerper ist dabei mit einem Ruck ein Stueck Richtung Wasser gegangen.

Ein kurzer Stop bevor es losgeht, wie sieht es aus am Pool?

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Strike!

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und jetzt mit besonderem Gruss an Vince: Fischbilder

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From → Argentinien

4 Comments
  1. Carlo permalink

    Hey Rolf, Dir nachträglich Frohe Weihnachten, Happy New Year und Happy Birthday:-) Wie ich lese lässt Du es Dir gut gehen am Ende der Welt, sehr coole Pics und schriftstellerreife Beschreibungen. Mein Tipp: einfach den Blog aus der virtuellen in die Hardwarewelt transformieren – Du wirst dem bekannten Schriftsteller zweifelsohne Konkurrenz machen! Dir noch eine schöne Restzeit, wir sehen uns demnächst wieder auf der Maloche..

    Fisch heil
    carlo

  2. Frohes Neues, so nebenbei!
    Möge es so großartig und abenteuerlich bleiben, wie es für Dich anfing…

  3. Florian permalink

    Hallo Rolf, wie ich sehe und lese bist du gut beschäftigt und machst nicht den Eindruck, dass du den Laden hier groß vermissen würdest. Ich wollte dir auf jeden FAll noch ein schönes neues Jahr wünschen, bevor wir uns wieder ins schöne kalte Shenyang aufmachen! Viel Spass noch, genieß es. Gruss Florian

  4. juju permalink

    Rolf, wie geht es Dir? Keine neuen schönen Geschichten von Dir, ich hoffe, daß alles okay ist und Du einfach nur aus Zeitmangel nicht schreiben kannst! Oder ist es eine ernste erste Schreibblockade? Paß auf Dich auf, Bussi juju

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